Wirtschaft

Außenhandel Deutschland Dezember 2025: Exporte steigen um 4,0 Prozent, China wieder auf Rang 1

Der deutsche Außenhandel zeigt im Oktober 2025 ein gemischtes Bild: Während die Exporte leicht steigen, gehen die Kraftfahrzeugexporte nach China dramatisch zurück. Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro hat China die USA wieder als wichtigster Handelspartner abgelöst.

Das Wichtigste in Kürze

  • 131,3 Mrd. € Exporte im Oktober 2025 (+0,1% zum Vormonat)
  • 114,5 Mrd. € Importe (−1,2% zum Vormonat)
  • +16,9 Mrd. € Außenhandelsüberschuss
  • China hat die USA als wichtigster Handelspartner wieder abgelöst
  • −35,9% Kfz-Exporte nach China – dramatischer Einbruch

Die Zahlen im Überblick

Im Oktober 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber September 2025 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent gestiegen, während die Importe um 1,2 Prozent sanken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2024 nahmen die Exporte um 4,2 Prozent und die Importe um 2,8 Prozent zu.

Kennzahl Oktober 2025 vs. Vormonat vs. Vorjahr
Exporte (saisonbereinigt) 131,3 Mrd. € +0,1% +4,2%
Importe (saisonbereinigt) 114,5 Mrd. € −1,2% +2,8%
Außenhandelsbilanz +16,9 Mrd. € +1,6 Mrd. € +2,3 Mrd. €
Exporte (nominal) 139,1 Mrd. € +4,1%
Importe (nominal) 121,8 Mrd. € +2,8%
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Dezember 2025

Der Außenhandelsüberschuss stieg damit auf 16,9 Milliarden Euro – nach 15,3 Milliarden Euro im September 2025 und 14,6 Milliarden Euro im Oktober 2024.

China wieder wichtigster Handelspartner

Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro von Januar bis September 2025 hat die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten wieder als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst.

Top-Handelspartner nach Umsatz (Jan–Sep 2025)

Rang Handelspartner Umsatz Jan–Sep 2025 vs. Vorjahr
1 🇨🇳 China 185,9 Mrd. € +0,6%
2 🇺🇸 USA 184,7 Mrd. € −3,9%
3 🇫🇷 Frankreich ~118 Mrd. € −2,1%
4 🇳🇱 Niederlande ~111 Mrd. € +1,5%
Außenhandelsumsatz = Summe aus Exporten und Importen. Quelle: Destatis

USA bleibt wichtigstes Abnehmerland

Trotz des höheren Gesamtumsatzes mit China bleiben die Vereinigten Staaten das wichtigste Abnehmerland deutscher Waren. Der Unterschied erklärt sich durch das massive Handelsdefizit mit China.

Land Exporte Importe Saldo
🇺🇸 USA 112,7 Mrd. € (−7,8%) 71,9 Mrd. € (+2,8%) +40,8 Mrd. €
🇨🇳 China 61,4 Mrd. € (−12,3%) 124,5 Mrd. € (+8,5%) −63,1 Mrd. €
Zeitraum: Januar bis September 2025. Quelle: Statistisches Bundesamt

Kraftfahrzeugexporte unter Druck

Besonders auffällig ist der starke Rückgang bei den Kraftfahrzeugexporten – Deutschlands wichtigstem Exportgut:

  • Nach China: 10,9 Mrd. € (−6,1 Mrd. € / −35,9%)
  • In die USA: 22,4 Mrd. € (−3,6 Mrd. € / −13,9%)

Der Einbruch bei den China-Exporten ist auf die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Elektroautohersteller zurückzuführen. Deutsche Premiummarken verlieren in China kontinuierlich Marktanteile an lokale Hersteller wie BYD, NIO und Xpeng.

Weitere Exportrückgänge nach China

Warengruppe Exporte nach China Veränderung
Kraftfahrzeuge 10,9 Mrd. € −35,9%
Maschinen 12,6 Mrd. € −10,7%
Elektrische Ausrüstungen 8,3 Mrd. € −13,2%
Zeitraum: Januar bis September 2025. Quelle: Destatis

Wichtigste Exportgüter 2025

Trotz der Rückgänge bleiben Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile Deutschlands wichtigste Exportgüter mit einem Anteil von 17,0 Prozent an den deutschen Gesamtexporten.

Rang Warengruppe Exporte 1. HJ 2025 Veränd.
1 Kraftfahrzeuge & Kfz-Teile 131,8 Mrd. € −3,4%
2 Maschinen 106,9 Mrd. € −3,4%
3 Chemische Erzeugnisse 70,3 Mrd. € −2,7%
4 Datenverarbeitungsgeräte 65,7 Mrd. € +3,6%
5 Pharmazeutische Erzeugnisse 61,4 Mrd. € +5,6%
Zeitraum: 1. Halbjahr 2025. Quelle: Statistisches Bundesamt

Positiv entwickeln sich: Die Exporte von Datenverarbeitungsgeräten (+3,6%) und pharmazeutischen Erzeugnissen (+5,6%) – ein Zeichen für die Diversifizierung der deutschen Exportwirtschaft.

EU-Handel: Starkes Plus mit Eurozone

Der Handel mit den EU-Mitgliedstaaten entwickelte sich im Oktober 2025 deutlich positiver als der Drittstaatenhandel:

Region Exporte Veränd. Importe Veränd.
EU gesamt 76,3 Mrd. € +2,7% 61,1 Mrd. € +2,8%
Eurozone 53,0 Mrd. € +2,5% 40,6 Mrd. € +3,9%
EU ohne Eurozone 23,3 Mrd. € +3,1% 20,5 Mrd. € +0,7%
Drittstaaten 55,1 Mrd. € −3,3% 53,4 Mrd. € −5,4%
Veränderung zum Vormonat, saisonbereinigt. Quelle: Destatis

Der europäische Binnenmarkt erweist sich damit als stabilisierender Faktor für den deutschen Außenhandel.

Russland-Handel auf Tiefstand

Der Handel mit Russland hat sich infolge der Sanktionen auf einen Bruchteil des früheren Volumens reduziert:

  • Exporte nach Russland: 0,6 Mrd. € (+4,8% zum Vormonat, −0,3% zum Vorjahr)
  • Importe aus Russland: 0,1 Mrd. € (−10,6% zum Vormonat, −34,7% zum Vorjahr)

Zum Vergleich: Im Jahr 2021 betrug das bilaterale Handelsvolumen mit Russland noch rund 60 Milliarden Euro jährlich.

Ausblick: Herausforderungen für 2026

Die deutsche Exportwirtschaft steht vor mehreren Herausforderungen:

  1. US-Zölle: Die Drohung mit höheren Einfuhrzöllen durch die neue US-Administration könnte den wichtigen Absatzmarkt belasten
  2. China-Konkurrenz: Deutsche Autobauer verlieren Marktanteile an chinesische Elektroauto-Hersteller
  3. Konjunkturschwäche: Die anhaltende wirtschaftliche Stagnation in Deutschland dämpft die Investitionsbereitschaft
  4. Geopolitische Risiken: Der Konflikt in der Ukraine und die Spannungen zwischen USA und China erhöhen die Unsicherheit

Positiv: Der robuste Handel mit den EU-Partnern und die wachsenden Exporte in den Bereichen Pharma und IT zeigen, dass die deutsche Wirtschaft sich diversifiziert.

Fazit

Der deutsche Außenhandel zeigt im Oktober 2025 ein gemischtes Bild: Während die Gesamtexporte leicht steigen und der Außenhandelsüberschuss wächst, offenbaren die Detaildaten strukturelle Verschiebungen. China hat die USA als wichtigster Handelspartner wieder überholt – allerdings primär durch steigende Importe aus der Volksrepublik.

Die Kraftfahrzeugindustrie steht unter besonderem Druck. Der dramatische Einbruch der Kfz-Exporte nach China um fast 36 Prozent verdeutlicht die Herausforderungen durch die Konkurrenz chinesischer E-Auto-Hersteller.

Der europäische Binnenmarkt erweist sich als stabilisierender Anker. Für 2026 werden die Entwicklungen der US-Handelspolitik und die weitere Elektrifizierung des Automobilmarktes entscheidend sein.


Methodik: Die Außenhandelsstatistik erfasst den grenzüberschreitenden Warenverkehr Deutschlands. Die kalender- und saisonbereinigten Werte ermöglichen einen besseren Vergleich zwischen den Monaten. Nicht enthalten ist der Handel mit Dienstleistungen.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilungen Nr. 439/2025 und Nr. 411/2025, Dezember 2025

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