Der deutsche Arbeitsmarkt kommt auch zum Ende der Winterpause nicht in Schwung. Im Februar 2026 waren 3,070 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 15.000 weniger als im Januar, saisonbereinigt gab es aber praktisch keine Veränderung. Die Bundesagentur für Arbeit spricht deshalb von wenig Bewegung.
Das Wichtigste in Kürze
- 3,070 Millionen Arbeitslose im Februar 2026
- 6,5 Prozent Arbeitslosenquote – 0,1 Prozentpunkte weniger als im Januar
- +81.000 Arbeitslose mehr als im Februar 2025
- 638.000 gemeldete Arbeitsstellen – der Bestand bleibt niedrig
- 3,724 Millionen Unterbeschäftigte ohne Kurzarbeit
- 35.000 Personen wurden bis 23. Februar neu zur Kurzarbeit angezeigt
Arbeitsmarkt Februar 2026: Die Zahlen im Überblick
Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte die Februar-Daten am 27. Februar 2026. BA-Chefin Andrea Nahles betonte, dass der Arbeitsmarkt auch zum Ende der Winterpause nicht in Schwung komme. Genau das zeigen die Daten: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt saisonüblich aus, die bereinigten Werte treten dagegen nahezu auf der Stelle.
| Kennzahl | Februar 2026 | Veränderung zum Vormonat | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Arbeitslose | 3.070.000 | -15.000 | +81.000 |
| Arbeitslosenquote | 6,5 % | -0,1 Pp. | +0,1 Pp. |
| Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit | – | +1.000 | – |
| Gemeldete Stellen | 638.000 | – | -1.000 |
| Unterbeschäftigung | 3.724.000 | -3.000 (sb) | -4.000 |
| Kurzarbeit angezeigt (bis 23.02.) | 35.000 | – | – |
| Kurzarbeit realisiert (Dez. 2025) | 139.000 | -48.000 | -72.000 |
Beschäftigung schwächelt, Nachfrage bleibt verhalten
Auch jenseits der reinen Arbeitslosenzahl zeigen die Daten wenig Dynamik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank die Zahl der Erwerbstätigen im Januar 2026 saisonbereinigt um 13.000 auf 45,66 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr waren das 94.000 weniger. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember 2025 bei 34,98 Millionen und damit um 40.000 unter dem Vorjahreswert.
Die Arbeitskräftenachfrage stabilisiert sich zwar, bleibt aber schwach. Der BA-Stellenindex (BA-X) stieg im Februar 2026 auf 106 Punkte. Die BA weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Großaufträge die Entwicklung verzerren können und kein allgemeiner Nachfrageboom erkennbar ist.
| Indikator | Stand | Einordnung |
|---|---|---|
| Erwerbstätige (Jan. 2026) | 45,66 Mio. | -94.000 zum Vorjahr |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Dez. 2025) | 34,98 Mio. | -40.000 zum Vorjahr |
| Geringfügig Beschäftigte (Dez. 2025) | 7,58 Mio. | -46.000 zum Vorjahr |
| Gemeldete Arbeitsstellen | 638.000 | -1.000 zum Vorjahr |
| BA-X | 106 Punkte | leichte Stabilisierung auf niedrigem Niveau |
Regionale Unterschiede: Bayern vorn, Bremen hinten
Zwischen den Bundesländern bleibt das Gefälle groß. Im Februar 2026 reichte die Spanne der Arbeitslosenquoten von 4,4 Prozent in Bayern bis zu 11,6 Prozent in Bremen. Im Vorjahresvergleich verzeichnete Berlin den stärksten Anstieg der Quote mit +0,4 Prozentpunkten. Leichte Rückgänge gab es nur in Bremen und im Saarland.
| Bundesland | Arbeitslosenquote |
|---|---|
| Bayern | 4,4 % |
| Baden-Württemberg | 4,8 % |
| Rheinland-Pfalz | 5,8 % |
| Hessen | 6,1 % |
| Schleswig-Holstein | 6,2 % |
| Niedersachsen | 6,3 % |
| Deutschland | 6,5 % |
| Brandenburg | 6,7 % |
| Thüringen | 6,7 % |
| Sachsen | 7,3 % |
| Saarland | 7,4 % |
| Nordrhein-Westfalen | 7,9 % |
| Sachsen-Anhalt | 8,5 % |
| Hamburg | 8,5 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 8,6 % |
| Berlin | 10,6 % |
| Bremen | 11,6 % |
Unterbeschäftigung, Kurzarbeit und Leistungen
Die Unterbeschäftigung lag im Februar 2026 bei 3,724 Millionen und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Das ist wichtig, weil sie neben der Arbeitslosigkeit auch Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit erfasst und so ein umfassenderes Bild liefert.
Bei der Kurzarbeit zeigen die aktuellen Zahlen keine akute Eskalation. Für 35.000 Personen wurde bis zum 23. Februar konjunkturelle Kurzarbeit neu angezeigt. Tatsächlich bezogen im Dezember 2025 nach vorläufiger Hochrechnung 139.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld – deutlich weniger als im Vormonat und im Vorjahr.
Parallel dazu erhielten im Februar 2026 rund 1,111 Millionen Menschen Arbeitslosengeld. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten lag bei 3,822 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 149.000 Personen.
Deutschland im europäischen Vergleich
Beim internationalen Vergleich ist zu beachten, dass Eurostat Erwerbslosenquoten nach dem ILO-Konzept veröffentlicht, die methodisch nicht direkt mit der deutschen registrierten Arbeitslosenquote identisch sind. Für Dezember 2025 lag die saisonbereinigte Erwerbslosenquote in Deutschland bei 4,0 Prozent. In der Eurozone betrug sie 6,2 Prozent, in der EU 5,9 Prozent.
| Gebiet | Erwerbslosenquote (ILO) |
|---|---|
| Tschechien | 3,1 % |
| Deutschland | 4,0 % |
| EU | 5,9 % |
| Eurozone | 6,2 % |
| Spanien | 10,0 % |
| Finnland | 10,3 % |
Ausblick: Schwacher Frühjahrsstart wahrscheinlich
Frühindikatoren sprechen nicht für eine schnelle Belebung. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer fiel im Februar auf 99,5 Punkte und liegt damit wieder leicht unter der neutralen Marke von 100. Die Beschäftigungskomponente stagnierte, die Arbeitslosigkeitskomponente verschlechterte sich leicht. Das spricht eher für eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung als für einen dynamischen Frühjahrsaufschwung.
Fazit
Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt im Februar 2026 in einer Phase der Stagnation. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbedingt leicht gesunken, saisonbereinigt aber praktisch unverändert geblieben. Beschäftigung und Stellenbestand zeigen keine echte Trendwende. Positiv ist, dass sich Kurzarbeit und Unterbeschäftigung nicht verschärfen. Für eine echte Belebung fehlen jedoch weiterhin konjunkturelle Impulse.
Methodik: Die registrierte Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch ist nicht identisch mit der internationalen Erwerbslosigkeit nach dem ILO-Konzept. Für kurzfristige Veränderungen sind die saisonbereinigten Werte entscheidend; regionale Quoten beziehen sich auf alle zivilen Erwerbspersonen.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt im Februar 2026 (27. Februar 2026), BA-Monatsbericht Februar 2026 und Eurostat, Euro area unemployment at 6.2% (30. Januar 2026).
