Bildungsmonitor 2026

Bildungsausgaben Deutschland 2026

Die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland erreichen 2024 mit 198 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand. Der Anteil am BIP steigt auf 4,6% – knapp die Hälfte fließt in die Schulen.

📅 Stand: 26. März 2026 – Mischstand: Bildungsausgaben 2024, Schulen 2025/26, Studierende WS 2025/26, OECD 2025
Bildungsausgaben gesamt
198
Milliarden Euro (2024)
+7% vs. Vorjahr
Anteil am BIP
4,6%
Öffentliche Haushalte
+0,2 PP vs. 2023
Schüler:innen
11,4
Millionen (2024/25)
+0,9% vs. Vorjahr
Studierende
2,87
Millionen (WS 2024/25)
±0% stabil

💰 Bildungsausgaben im Überblick

Die öffentlichen Haushalte investieren 2024 fast 200 Milliarden Euro in Bildung – ein neuer Höchststand. Pro Einwohner entspricht das 2.400 Euro, bezogen auf unter 30-Jährige sogar 8.000 Euro.

Entwicklung der öffentlichen Bildungsausgaben (in Mrd. €)

🏫 Schulen
97 Mrd. €
Größter Ausgabenposten im Bildungswesen
📊 49% aller Bildungsausgaben
👨‍🏫 Lehrergehälter, Betrieb, Bau
📈 +6% gegenüber Vorjahr
📖 Destatis Dezember 2025
👶 Kindertagesbetreuung
49 Mrd. €
Kitas und Kindertagespflege
📊 25% aller Bildungsausgaben
👥 Starker Ausbau seit 2015
📈 +42% seit 2015 (OECD)
📖 Destatis Dezember 2025
🎓 Hochschulen
38 Mrd. €
Universitäten und Fachhochschulen
📊 19% aller Bildungsausgaben
🏛️ Keine Studiengebühren
📈 +5% gegenüber Vorjahr
📖 Destatis Dezember 2025
💸 Förderung & Sonstiges
14 Mrd. €
BAföG, Jugendarbeit, Weiterbildung
📊 7% aller Bildungsausgaben
📚 8 Mrd. € Ausbildungsförderung
👥 3 Mrd. € Jugendarbeit
📖 Destatis Dezember 2025

Bildungsausgaben steigen nominell – real nur +4%

Die Bildungsausgaben wuchsen 2024 nominal um 7% (13 Mrd. €) gegenüber dem Vorjahr. Berücksichtigt man jedoch die Inflation, ergibt sich real nur ein Zuwachs von 4% bzw. 5 Mrd. €. Pro Einwohner gaben die öffentlichen Haushalte 2.400 € für Bildung aus – bei Personen unter 30 Jahren sogar 8.000 €.

🏛️ Verteilung nach Gebietskörperschaften

Die Länder tragen mit 68% den größten Teil der Bildungsausgaben. Der Bund finanziert nur rund 6% – die Bildungshoheit liegt bei den Bundesländern.

Bildungsausgaben nach Träger 2024 (in Mrd. €)

Verteilung der Ausgaben nach Bereichen (%)

🏛️ Bundesländer
135 Mrd. €
Größter Bildungsfinanzierer mit zwei Dritteln
📊 68% aller Bildungsausgaben
📈 +7% vs. Vorjahr (+9 Mrd. €)
🏫 55% für Schulen (75 Mrd. €)
📖 Destatis Dezember 2025
🏘️ Gemeinden
52 Mrd. €
Schwerpunkt Kindertagesbetreuung
📊 26% aller Bildungsausgaben
📈 +10% vs. Vorjahr (+5 Mrd. €)
👶 49% für Kitas (25 Mrd. €)
📖 Destatis Dezember 2025
🇩🇪 Bund
11 Mrd. €
Hochschulförderung, BAföG, DigitalPakt
📊 6% aller Bildungsausgaben
📉 -1,6% vs. Vorjahr
💻 1 Mrd. € DigitalPakt Schule
📖 Destatis Dezember 2025
👨‍💼 BMBF-Haushalt
21,5 Mrd. €
Bundesministerium für Bildung und Forschung
📊 Inkl. Forschungsförderung
📚 1,5 Mrd. € BAföG
🔬 Helmholtz, Fraunhofer, MPG
📖 Bundestag Haushalt 2024

Bildungsföderalismus: Länder tragen die Hauptlast

Die Bildungshoheit liegt bei den Bundesländern – entsprechend tragen sie mit 135 Mrd. € (68%) den Löwenanteil. Die Länder finanzieren vor allem Schulen (75 Mrd. €) und Hochschulen (33 Mrd. €). Die Gemeinden sind für Kitas zuständig (25 Mrd. €), während der Bund nur ergänzend fördert (BAföG, DigitalPakt, Hochschulpakt). Der Bundesanteil sank 2024 sogar leicht – u.a. weil die Energiepreispauschale für Studierende (1 Mrd. €) entfiel.

📚 Schulen & Lehrkräfte

11,4 Millionen Schüler:innen besuchen deutsche Schulen – die höchste Zahl seit Jahren. Gleichzeitig fehlen bundesweit tausende Lehrkräfte, und der Anteil der Quereinsteiger steigt.

Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen (in Mio.)

Lehrkräftemangel & Prognose (in Tsd.)

👨‍🎓 Schüler:innen gesamt
11,4 Mio.
An allgemein- und berufsbildenden Schulen
📈 +0,9% vs. Vorjahr (+102.500)
🏫 8,9 Mio. allgemeinbildend
🔧 2,3 Mio. berufsbildend
📖 Destatis März 2025
👩‍🏫 Lehrkräfte
780.600
Vollzeitlehrkräfte-Einheiten (VZÄ)
⏱️ 43,1% in Teilzeit
👩 50,7% der Frauen in Teilzeit
📊 ~16 Schüler pro Lehrkraft
📖 KMK 2024
⚠️ Quereinsteiger
10,5%
Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung
👥 77.600 von 739.500
📈 +0,7 PP vs. Vorjahr
🆙 Tendenz steigend
📖 Destatis Juni 2025
📉 Prognose Lehrermangel
~49.000
Fehlende Lehrkräfte bis 2035
📊 35.000 fehlen 2025/26
📈 68.000 fehlen 2030/31
🎯 Maßnahmen dringend nötig
📖 KMK Februar 2025

Lehrermangel bleibt größte Herausforderung

Die Schülerzahlen steigen durch Zuwanderung im dritten Jahr in Folge – allein 212.000 ukrainische Kinder wurden 2024 aufgenommen. Gleichzeitig fehlen tausende Lehrkräfte: 2024 hatten 10,5% aller Lehrkräfte keine formale Lehramtsprüfung abgelegt – Tendenz steigend. Die Teilzeitquote erreicht mit 43,1% einen neuen Höchststand. Bis 2035 werden nach KMK-Prognose etwa 49.000 Lehrkräfte fehlen.

🎓 Hochschulen & Studierende

Fast 2,9 Millionen Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Die Erstsemesterzahl steigt wieder – besonders MINT-Fächer und Fachhochschulen verzeichnen Zulauf.

Studierende in Deutschland (in Mio.)

🎓 Studierende gesamt
2,87 Mio.
Wintersemester 2024/25
📊 +0,1% vs. Vorjahr (+3.300)
🏛️ 1,68 Mio. an Universitäten
📚 1,10 Mio. an Fachhochschulen
📖 Destatis November 2024
🆕 Erstsemester
488.100
Studienanfänger:innen 2024
📈 +1,3% vs. Vorjahr (+6.100)
🔢 3. Anstieg in Folge
🌍 Internationale Studierende ↑
📖 Destatis November 2024
👩‍💻 MINT-Fächer
+3-6%
Wachstum in Informatik & Elektrotechnik
💻 46.100 Informatik-Erstis (+3%)
⚡ 14.200 Elektrotechnik (+6%)
🔧 23.800 Maschinenbau (+4%)
📖 Destatis November 2024
🏫 Private Hochschulen
384.000
Studierende an privaten Hochschulen
📊 13% aller Studierenden
📈 Fast verzehnfacht seit 2005
🏆 IU größte Hochschule Deutschlands
📖 CHE Hochschuldaten 2025

Deutschland beliebtestes Zielland für Auslandsstudium – Platz 3 weltweit

Mit 492.000 ausländischen Studierenden (17,2% aller Studierenden) ist Deutschland hinter den USA und Großbritannien das beliebteste Zielland für ein Auslandsstudium. 22% aller Master-Abschlüsse und Promotionen werden von internationalen Studierenden erworben – in MINT-Fächern sogar 26%. Die privaten Hochschulen boomen: Seit 2005 haben sich die Studierendenzahlen dort fast verzehnfacht.

🌍 Internationaler Vergleich

Deutschland investiert 4,6% des BIP in öffentliche Bildung – unter dem OECD-Durchschnitt von 4,9%. Skandinavische Länder liegen deutlich vorn.

Öffentliche Bildungsausgaben im Ländervergleich (% des BIP)

Deutschland unter OECD-Durchschnitt – trotz hoher Absolutzahlen

Obwohl Deutschlands absolute Bildungsausgaben hoch sind, liegt der Anteil am BIP (4,6%) unter dem OECD-Durchschnitt (4,9%). Skandinavische Länder wie Norwegen (7%), Schweden (7%) und Finnland (6%) investieren deutlich mehr. Deutschland kompensiert teilweise durch gebührenfreie Hochschulen: Pro Studierendem werden durchschnittlich 15.550 € pro Jahr ausgegeben – über dem OECD-Schnitt von 12.870 €.

📚 Quellenverzeichnis

Stand: 26. März 2026 | Mischstand: Bildungsausgaben 2024, Schulen 2025/26, Studierende WS 2025/26, OECD 2025