Die Immobilienpreise in Deutschland steigen wieder: Im dritten Quartal 2025 verteuerten sich Wohnimmobilien um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich die Erholung nach dem historischen Preiseinbruch von 2023 fort. Besonders Eigentumswohnungen in ländlichen Kreisen verzeichnen starke Zuwächse.
Das Wichtigste in Kürze
- +3,3% Preissteigerung im Q3 2025 gegenüber dem Vorjahr
- +1,0% Anstieg gegenüber dem Vorquartal
- Viertes Quartal in Folge mit Preisplus im Jahresvergleich
- Eigentumswohnungen in Großstädten: +5,0%
- Top-7-Städte: Häuser +2,7%, Wohnungen +2,8%
Die Zahlen im Überblick
Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 3. Quartal 2025 um durchschnittlich 3,3 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2024 gestiegen. Damit stiegen die Wohnimmobilienpreise zum vierten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Preise um 1,0 Prozent.
| Kennzahl | vs. Vorquartal | vs. Vorjahr |
|---|---|---|
| Wohnimmobilien gesamt | +1,0% | +3,3% |
| Häuser (städt. Kreise) | – | +3,6% |
| Häuser (Großstädte) | +1,0% | +3,5% |
| Wohnungen (Großstädte) | – | +5,0% |
Preisentwicklung nach Regionen
Im 3. Quartal 2025 kosteten Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Die regionalen Unterschiede sind jedoch erheblich.
Ein- und Zweifamilienhäuser
- Städtische Kreise: +3,6% zum Vorjahr
- Kreisfreie Großstädte: +3,5% zum Vorjahr | +1,0% zum Vorquartal
- Dünn besiedelte ländl. Kreise: +3,2% zum Vorjahr
- Dicht besiedelte ländl. Kreise: +1,1% zum Vorjahr | −0,5% zum Vorquartal
Eigentumswohnungen
- Dicht besiedelte ländl. Kreise: +5,5% zum Vorjahr | +3,1% zum Vorquartal 🔺
- Kreisfreie Großstädte: +5,0% zum Vorjahr
- Städtische Kreise: +4,7% zum Vorjahr
- Dünn besiedelte ländl. Kreise: +2,6% zum Vorjahr | −0,9% zum Vorquartal
💡 Auffällig: In dicht besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen mit +5,5% am stärksten – deutlich mehr als in den Großstädten.
Top-7-Städte: Moderate Zuwächse
In den sieben größten Städten Deutschlands – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – entwickelten sich die Preise moderater als im Bundesdurchschnitt:
🏠 Häuser
+2,7%
zum Vorjahr
🏢 Wohnungen
+2,8%
zum Vorjahr
Aktuelle Quadratmeterpreise
| Stadt | Wohnungen | Häuser |
|---|---|---|
| 🏙️ München | ~7.900 € | ~8.500 € |
| 🏙️ Berlin | ~5.100 € | ~4.300 € |
| 🏙️ Hamburg | ~4.700 € | ~4.900 € |
| 🏙️ Köln | ~4.200 € | ~5.000 € |
| 🏙️ Hannover | ~2.900 € | – |
Historische Einordnung
Die aktuelle Preisentwicklung markiert eine deutliche Trendwende nach dem historischen Einbruch der Jahre 2022 bis 2024:
📈 2010–2022: Boom-Phase
+94% – Preise haben sich nahezu verdoppelt
📉 2023: Historischer Crash
−8,4% – Stärkster Rückgang seit Beginn der Zeitreihe (2000)
➡️ 2024: Stabilisierung
−1,5% bis −3,0% – Rückgang schwächt sich deutlich ab
📈 2025: Erholung
+2% bis +3% – Trendwende bestätigt
Der Häuserpreisindex war zwischen Mitte 2022 und Ende 2023 von über 166 auf etwa 145 gefallen – ein Rückgang von rund 13 Prozent. Im Jahr 2024 setzte die Stabilisierung ein, und seit dem 4. Quartal 2024 steigen die Preise wieder.
Gründe für die Preisentwicklung
⬆️ Preistreiber
- EZB-Zinssenkungen: Leitzins auf 2,15% (Juni 2025)
- Wohnungsmangel: Nur ~175.000 Neubauten 2025 (Ziel: 400.000)
- Steigende Mieten: +3,8% im Q3 2025
- Nachholeffekte: Käufer kehren auf den Markt zurück
⬇️ Dämpfende Faktoren
- Bauzinsen: Noch bei 3,4–4,1%
- Konjunktur: Wirtschaftliche Unsicherheit
- Energieeffizienz: Abschläge für unsanierte Immobilien
Mietmarkt: Weiter angespannt
Während sich die Kaufpreise erholen, bleibt der Mietmarkt unter Druck. Die Neuvertragsmieten stiegen laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im dritten Quartal 2025 deutlich:
- 🔴 Düsseldorf: +5,6%
- 🔴 Köln: +5,1%
- 🔴 Hamburg: +4,4%
- 🟡 Deutschland gesamt: +3,8%
- 🟢 Berlin: −0,2% (Ausnahme nach starkem Voranstieg)
Ausblick 2025/2026
Experten erwarten für den Rest des Jahres 2025 und das Jahr 2026 weitere moderate Preissteigerungen:
Prognose 2025
+2 bis 3%
Prognose 2026
~2 bis 3%
(Inflationsniveau)
Regionale Unterschiede: Starke Nachfrage in Metropolen, Preisrückgänge in strukturschwachen Regionen möglich.
„Von der Euphorie der Jahre vor 2022 ist allerdings nichts zu spüren.“
Sparkasse, Dezember 2025
Fazit
Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Nach dem stärksten Preiseinbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2023 (−8,4%) zeigen die Daten für das 3. Quartal 2025 eine klare Erholung: +3,3% zum Vorjahr, zum vierten Mal in Folge ein Plus.
Besonders bemerkenswert: Die stärksten Preiszuwächse gibt es nicht in den Metropolen, sondern bei Eigentumswohnungen in dicht besiedelten ländlichen Kreisen (+5,5%). Das deutet auf eine gewisse Suburbanisierung hin – Käufer weichen in günstigere Randlagen aus.
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Die Preise steigen wieder, wenn auch moderat. Wer auf weitere Schnäppchen hofft, könnte enttäuscht werden. Der anhaltende Wohnungsmangel und die sinkenden Zinsen sprechen für eine Fortsetzung der Aufwärtstendenz.
Methodik & Quellen
Methodik: Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes misst die durchschnittliche Preisentwicklung für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Die Daten basieren auf tatsächlichen Transaktionen und werden nach siedlungsstrukturellen Kreistypen differenziert.
Quellen:
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 470/2025, 23.12.2025
- Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
- Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI)
- German Real Estate Index (GREIX)