Der deutsche Einzelhandel ist mit einem Dämpfer in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der kalender- und saisonbereinigte Umsatz im Januar 2026 real um 0,9 Prozent unter dem Niveau von Dezember 2025. Gleichzeitig zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Der Onlinehandel wächst weiter, während der klassische Non-Food-Handel schwächelt.
Das Wichtigste in Kürze
- -0,9 % real zum Vormonat: Der gesamte Einzelhandel verlor im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 an Schwung.
- +1,2 % real zum Vorjahr: Gegenüber Januar 2025 lag der Umsatz dennoch im Plus.
- Onlinehandel +2,5 % real zum Vormonat: Der E-Commerce blieb der dynamischste Teil des Marktes.
- Nicht-Lebensmittel -1,7 % real zum Vormonat: Vor allem der stationäre Non-Food-Handel bremste das Gesamtergebnis.
- Jahresbilanz 2025: +2,7 % real: Das Vorjahr blieb für den Einzelhandel insgesamt positiv.
Einzelhandel Januar 2026: Die Zahlen im Überblick
Destatis veröffentlichte die vorläufigen Januar-Daten am 2. März 2026. Nach dem kräftig nach oben revidierten Dezember zeigt sich zum Jahresauftakt ein Rückschlag im Monatsvergleich. Im Jahresvergleich bleibt der Trend jedoch positiv.
| Kennzahl | Januar 2026 | Dezember 2025 (revidiert) |
|---|---|---|
| Gesamtumsatz real zum Vormonat | -0,9 % | +1,2 % |
| Gesamtumsatz nominal zum Vormonat | 0,0 % | +1,1 % |
| Gesamtumsatz real zum Vorjahr | +1,2 % | +2,5 % |
| Gesamtumsatz nominal zum Vorjahr | +2,5 % | +2,8 % |
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 070 vom 2. März 2026
Lebensmittel stabil, Non-Food schwach, Onlinehandel im Plus
Innerhalb des Einzelhandels liefen die Teilbereiche deutlich auseinander. Während der Lebensmittelhandel zum Vormonat real stabil blieb, verlor der Nicht-Lebensmittelhandel deutlich. Gleichzeitig setzte sich der Aufwärtstrend im Internet- und Versandhandel fort.
| Segment | Zum Vormonat real | Zum Vormonat nominal | Zum Vorjahr real | Zum Vorjahr nominal |
|---|---|---|---|---|
| Lebensmittelhandel | 0,0 % | +0,9 % | +2,2 % | +4,5 % |
| Nicht-Lebensmittel | -1,7 % | -1,0 % | +0,4 % | +0,8 % |
| Internet- und Versandhandel | +2,5 % | +3,5 % | +2,1 % | +2,0 % |
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 070 vom 2. März 2026
Für die Einordnung wichtig: Destatis weist darauf hin, dass die Zeitreihen im Internet- und Versandhandel seit August 2024 durch die Umstrukturierung eines größeren Unternehmens einen strukturellen Zuwachs enthalten. Der E-Commerce bleibt also stark, die Dynamik ist aber nicht vollständig mit früheren Jahren vergleichbar.
2025 war insgesamt ein gutes Jahr für den Handel
Der schwächere Januar folgt auf ein insgesamt ordentliches Handelsjahr 2025. Nach den vorläufigen Jahreszahlen lag der Einzelhandelsumsatz 2025 real um 2,7 Prozent und nominal um 3,8 Prozent über dem Niveau von 2024. Besonders kräftig wuchs erneut der Onlinehandel.
| Teilbereich | 2025 real ggü. 2024 | 2025 nominal ggü. 2024 |
|---|---|---|
| Einzelhandel gesamt | +2,7 % | +3,8 % |
| Lebensmittel, Getränke, Tabakwaren | +1,4 % | +3,5 % |
| Nicht-Lebensmittel | +3,1 % | +4,1 % |
| Internet- und Versandhandel | +9,0 % | +9,7 % |
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 038 vom 2. Februar 2026
Bemerkenswert ist der Langfristvergleich: Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2021 lag der reale Jahresumsatz 2025 laut Destatis nur noch 0,1 Prozent darunter, nominal aber bereits 17,3 Prozent darüber. Das zeigt, wie stark Preissteigerungen die nominalen Umsätze in den vergangenen Jahren verzerrt haben.
Was die Januar-Zahlen bedeuten
Der Jahresauftakt spricht für einen vorsichtigen Konsum. Die Verbraucherinnen und Verbraucher geben weiterhin Geld aus, aber selektiver als noch im Schlussquartal 2025. Das stabile Lebensmittelgeschäft deutet auf eine robuste Grundnachfrage hin, während der Rückgang im Non-Food-Bereich eher für Zurückhaltung bei diskretionären Käufen spricht.
Der Onlinehandel bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Für Händler mit starkem stationärem Schwerpunkt steigt damit der Druck, Preisstrategie, Sortimente und digitale Vertriebskanäle enger zu verzahnen. Eine klare Trendwende nach unten lässt sich aus einem einzelnen Monat allerdings noch nicht ableiten, zumal der Dezember 2025 nachträglich deutlich stärker ausfiel als zunächst gemeldet.
Ausblick auf das Frühjahr 2026
Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob sich der positive Jahresvergleich hält und ob der stationäre Non-Food-Handel wieder Tritt fasst. Bleiben Preisauftrieb und Arbeitsmarkt halbwegs stabil, kann sich der private Konsum im Frühjahr wieder etwas beleben. Bestätigen die nächsten Monatsdaten den Rückgang, würde das aber auf ein fragileres Konsumklima hinweisen.
Fazit
Der deutsche Einzelhandel startet mit einem realen Minus von 0,9 Prozent gegenüber Dezember 2025 in das Jahr 2026. Von einer breiten Konsumschwäche kann dennoch keine Rede sein: Gegenüber Januar 2025 liegt der Umsatz im Plus, und der Onlinehandel wächst weiter überdurchschnittlich. Nach dem starken Jahr 2025 bleibt der Handel damit auf Wachstumskurs, aber die Dynamik ist ungleich verteilt.
Methodik: Im Fokus der kurzfristigen Konjunkturbeobachtung stehen kalender- und saisonbereinigte Veränderungen zum Vormonat. Für den strukturellen Vergleich sind die Vorjahreswerte und Jahresergebnisse aussagekräftiger. Destatis weist für den Internet- und Versandhandel seit August 2024 auf einen strukturellen Effekt durch die Umorganisation eines größeren Unternehmens hin.
Quellen: Destatis, Einzelhandelsumsatz im Januar 2026 real um 0,9 % niedriger als im Vormonat (2. März 2026) und Destatis, Einzelhandelsumsatz im Jahr 2025 real um 2,7 % höher als im Vorjahr (2. Februar 2026).


