Abfall-Monitor Maerz 2026

Abfall & Recycling 2026

Im Maerz 2026 bleibt 2023 der neueste vollstaendige amtliche Stand fuer Haushaltsabfaelle: 433 kg pro Kopf. Bei Verpackungen meldeten UBA und ZSVR zuletzt 69,4 % Recycling fuer 2023 und stabile hohe Verwertungsmengen fuer 2024, waehrend Elektroaltgeraete mit 29,5 % Sammelquote weiter klar unter dem EU-Ziel liegen.

Haushaltsabfälle (pro Kopf)
433
kg pro Kopf (2023)
Destatis: Tiefststand seit 2004
Verpackungs-Recyclingquote
69,4%
alle Verpackungen (2023)
UBA: 2025er Ziel ueberschritten
Verpackungsmuell pro Kopf
215,2
kg/Jahr in Deutschland
EU-27: 177,8 kg
Elektroschrott
29,5%
amtlicher Stand 2023
⚠ EU-Ziel 65% weiter klar verfehlt

Was landet in der Tonne?

Die Zusammensetzung der Haushaltsabfälle hat sich 2023 leicht verändert: Weniger Sperrmüll und Wertstoffe, dafür mehr Bioabfälle. Rund 39% des Restmülls besteht laut UBA-Analyse noch immer aus falsch entsorgten Bioabfällen.

Zusammensetzung Haushaltsabfälle 2023

Haushaltsabfälle pro Kopf (Trend)

Historischer Tiefststand erreicht

Mit 433 kg pro Kopf wurde 2023 der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2004 erreicht – trotz Bevölkerungswachstum um über 300.000 Menschen. Gegenüber dem Pandemie-Höchststand 2021 (484 kg) sank das Aufkommen um 51 kg pro Kopf.

Recycling nach Material

Die neuesten amtlichen Verpackungsdaten fuer 2023 zeigen hohe Recyclingwerte bei Papier und Kunststoffen. Bei Glas bleibt die Zielerreichung schwierig, und bei Kunststoff haengt die Quote weiter stark von der Berechnungsmethode ab.

📄
Papier / Pappe
86,6%
UBA 2023: Recyclingquote bei Papier, Pappe und Karton.
🍾
Glas
80,6%
⚠ Auch 2023 unter Zielniveau. Zu viel Altglas landet weiter im Restmuell.
🥤
Kunststoff
52,2-70%
Je nach Methode: UBA 2023 bei 52,2 %, ZSVR 2024 bei rund 70 % Zufuehrung.
🍏
Biomüll
120 kg
Pro Kopf/Jahr (+3 kg vs. 2022). Plastiktüten bleiben Problem.

Verpackungsrecycling 2024 stabil

UBA und ZSVR meldeten am 27. Januar 2026 fuer 2024 erneut rund 5,5 Mio. t verwertete Verpackungsabfaelle aus dualen Systemen. Fuenf von acht gesetzlichen Recyclingquoten wurden erreicht, Defizite blieben vor allem bei Glas-, Verbund- und Getraenkekartonverpackungen.

Kunststoff-Recycling: Die zwei Wahrheiten

Je nach Berechnungsmethode variiert die Recyclingquote erheblich. Die EU-Methode ist strenger und berücksichtigt Verluste im Recyclingprozess.

Vergleich der Berechnungsmethoden (Kunststoffverpackungen 2023)

Methode Quote 2023 Was wird gemessen?
Input-Methode 68,9% Material, das in die erste Recyclinganlage gelangt
Output-Methode 52,3% Material, das am Ende tatsächlich recycelt wurde

Wohin gehen Kunststoff-Verpackungen? (Output-Methode)

Quelle: Conversio/NABU 2024 (outputbezogen). Nach EU-Berechnungsmethode wurden 52,3% stofflich verwertet, knapp 48% thermisch verwertet (verbrannt).

Warum die Diskrepanz?

Bei der Input-Methode zählt alles, was in eine Sortieranlage gelangt – auch wenn später Teile aussortiert und verbrannt werden. Die EU-konforme Output-Methode misst erst am Ende des Prozesses. Die Differenz von ~17 Prozentpunkten zeigt das Optimierungspotenzial.

Elektroschrott: Das größte Problemfeld

Deutschland verfehlt die EU-Sammelquote von 65% seit Jahren massiv. Die Situation verschlechtert sich kontinuierlich – die EU hat ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Entwicklung der Elektroschrott-Sammelquote

Dramatische Entwicklung

Die Sammelquote ist von 44,3% (2019) auf nur noch 29,5% (2023) gefallen. Die EU hat wegen der dauerhaften Unterschreitung bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet.

Hauptursachen für die niedrige Sammelquote:

  • Hortung: Deutsche horten ~195 Mio. Alt-Handys in Schubladen
  • Falsche Entsorgung: Kleine Altgeräte landen im Restmüll
  • Illegale Sammler: Erfasste Mengen fehlen in der offiziellen Statistik
  • Gewerbliche Geräte: Nur ~25% Sammelquote

Deutschland im EU-Vergleich

Deutschland liegt bei der Siedlungsabfall-Recyclingquote weiter klar ueber dem EU-Durchschnitt. Beim Verpackungsmuell pro Kopf bleibt das Land zugleich im Spitzenfeld.

Siedlungsabfall-Recyclingquote 2023

Verpackungsmüll pro Kopf 2023

Einwegkunststofffonds (seit 2024)

Seit 2024 zahlen Hersteller bestimmter Einwegkunststoffprodukte in den Einwegkunststofffonds ein. Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ist seit dem 12. Februar 2025 in Kraft und gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar.

Quellen & Methodik

  • Destatis: Pressemitteilung Nr. 475 vom 16.12.2024: Pro-Kopf-Aufkommen an Haushaltsabfaellen 2023 bei 433 kg. destatis.de
  • Umweltbundesamt (UBA): Verpackungsabfaelle 2023 mit 17,9 Mio. t, 215,19 kg/Kopf und 69,4 % Recyclingquote; Elektro- und Elektronikaltgeraete mit 29,5 % Sammelquote im Jahr 2023. umweltbundesamt.de
  • ZSVR: Pressemitteilung vom 27.01.2026: 2024 erneut rund 5,5 Mio. t verwertete Verpackungsabfaelle, Kunststoff-Zufuehrungsquote bei rund 70 %. verpackungsregister.org
  • UBA / BMUV: Elektro- und Elektronikaltgeraete in Deutschland: 29,5 % Sammelquote im Berichtsjahr 2023. umweltbundesamt.de
  • Eurostat: EU-Vergleichsdaten 2023 zu Verpackungsabfaellen und kommunalem Recycling.
  • Methodik: Haushaltsabfaelle umfassen Haus- und Sperrmuell, Bioabfaelle sowie getrennt erfasste Wertstoffe. Datenbasis ueberwiegend 2023, fuer Verpackungsrecycling teils bereits 2024er Systemdaten.